Rotwein, Rheinhessen, 2018 Deutschland Goldener Ring - Kai Müller

Pinot Noir Pilgersberg trocken 2018

Lieferbar ab KW 33 in 2020.

Lobenberg: Die Reben des 2011 gepflanzten Weinberges aus einer burgundischen Selektion Massale weisen eine Pflanzdichte von 14.000 Stöcken pro Hektar auf. Das heißt, der Einzelstockertrag ist winzig. Das führt insgesamt zu nur zwei Barriques. Ein Barrique zu Max Gerstl in die Schweiz,...

Weißwein, Rheinhessen, 2018 Deutschland Battenfeld-Spanier & Kühling-Gillot

Zellertal Kreuzberg Erste Lage (Versteigerungswein) trocken 2018

Lobenberg: Die Besonderheit bei dieser Lage ist, dass sie in der nördlichen Pfalz liegt und nicht wie das Weingut selbst in Rheinhessen. Der Kreuzberg liegt direkt unterhalb des Schwarzen Herrgott. Es wurden bei diesem Wein aus biodynamischem Anbau moderate 12.5% Alkohol erreicht, bei...

Weißwein, Rheinhessen, 2018 Deutschland Bischel

Silvaner Gau-Algesheimer "Terrassen" VDP Ortswein trocken 2018

Lobenberg: Da kommt direkt eine verlockend cremige Frucht aus dem Glas, Birne, Melone, ein Hauch Mirabelle und Quitte darunter, aber alles eher auf der grünlichen, geradeso reifen Seite, keine Üppigkeit, keine massive Gelbfruchtigkeit, nicht zu reif gelesen. Der feine Schmelz vom...

Weißwein, Rheinhessen, 2019 Deutschland Bischel

Grauer Burgunder VDP Gutswein trocken 2019

Lobenberg: Von Löss- und Muschelkalkböden. Nach kurzer Kaltmazeration erfolgt der Ausbau teilweise im Edelstahl, teilweise im Holzfass. Wir liegen in 2019 knapp über 4 Gramm Restzucker bei 6 Gramm Säure. Ein wenig gelber und grüner Apfel, auch etwas Bratapfel darunter, mit der typisch...

Weißwein, Rheinhessen, 2019 Deutschland Bischel

Riesling VDP Gutswein trocken 2019

Lobenberg: Gestaffelte Handlese schon beim Gutswein, danach kurze Kaltmazeration und spontane Vergärung und Ausbau im Edelstahl. Der Restzucker liegt knapp über 4 Gramm bei über 8 Gramm Säure, also ein stattlicher Rheinhesse von der rassigen Sorte. Das zeigt sich auch durch die sehr...

Weißwein, Rheinhessen, 2018 Deutschland Bischel

Weißer Burgunder VDP Gutswein trocken 2018

Lobenberg: Von Löss- und Muschelkalkböden. Nach kurzer Kaltmazeration erfolgt der Ausbau teilweise im Edelstahl, teilweise im Holzfass. Wir liegen unter 4 Gramm Restzucker. Schöne weißfruchtige Nase, die bereits eine gewisse Konzentration ausstrahlt, feinkräuterig, etwas Birne, dazu...

Weißwein, Rheinhessen, 2019 Deutschland Bischel

Weißer Burgunder VDP Gutswein trocken 2019

Lobenberg: Von Löss- und Muschelkalkböden. Nach kurzer Kaltmazeration erfolgt der Ausbau teilweise im Edelstahl, teilweise im Holzfass. Wir liegen unter 4 Gramm Restzucker. Schöne weißfruchtige Nase, die bereits eine gewisse Konzentration ausstrahlt, feinkräuterig, etwas Birne, dazu...

Weißwein, Rheinhessen, 2019 Deutschland Bischel

Weißburgunder & Chardonnay Appenheim VDP Ortswein trocken 2019

Lobenberg: Die Nase zeigt eine schöne, animierende grünlich-zitrische Note unter der weißen, cremigen Birnen- und Pfirsichfrucht, wie man das auch von früh gelesenem Bourgogne Blanc kennt. Das sorgt für einen energetischen, frischen Charakter, trotz des Schmelzes und der Cremigkeit der...

Weißwein, Rheinhessen, 2019 Deutschland Bischel

Riesling Bingen VDP Aus Ersten Lagen trocken 2019

Lobenberg: Dieser Riesling ist ein Binger Ortswein aus Ersten Lagen. Bingen liegt im nördlichen Rheinhessen mit Muschelkalk und teilweise Quarzitböden. Dementsprechend zeigt der Binger Riesling eine sehr animierende, mineralisch-frische Nase. Feine Zitrusanklänge, Grapefruit, Quitte,...

Weißwein, Rheinhessen, 2018 Deutschland Bischel

Chardonnay Reserve trocken 2018

Lobenberg: Aus dem Glas steigt ein sehr mineralisch geprägter Duft, kreidig gepuderter grüner Apfel, etwas Melone darunter, angeschnittene Birne, die Frucht changiert spielerisch zwischen weiß und grünlich, was auf eine frühe Lese und viel Spannkraft hinweist. Eine zarte Hefewürze, fast...

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Der zweite Blick fällt auf die Autobahnen, von denen Rheinhessen durchschnitten wird. Drei sind es an der Zahl: moderne, breite Verkehrswege, die es Menschen und Waren ermöglichen, schnell an ferne Ziele zu gelangen. Ohne Halt. Ohne Blick zur Seite.

Rheinhessen hat seinen eigenen Charme. Das gilt auch für die Menschen. Bodenständig sind sie, fleißig und brav, dabei eher mit einem Sinn fürs Praktische als fürs Hintersinnige ausgestattet. Eine gewisse Feierwütigkeit kann man ihnen auch nicht absprechen. Mainz liegt um die Ecke, und der Karneval hat sie geprägt. Natürlich hat Rheinhessen auch seine eigene Geschichte. Sie hat viel mit Bauern und Bürgern zu tun, wenig mit Grafen, Fürsten und anderen Blaublütern. Im Glanz illustrer Schlösser sonnt sich Rheinhessen nicht. Was Bürger und Bauern geschaffen haben, vor allem in den letzten Jahren, nötigt denen, die das Land und Leute verstehen wollen, manchmal mehr Respekt ab als das, was die privilegierten Schichten anderer Gegenden aus der Hinterlassenschaft ihrer Vorfahren gemacht haben.

Erst wer sich die Freiheit nimmt, die Autobahnen zu verlassen und sich abseits der schnellen Routen umzusehen, werde, so der Chronist weiter, die Reize dieses Landes entdecken. Und das hat viel mit dem Wein zu tun. Wo er wächst, wird die Landschaft plötzlich lieblicher. Hier ein von Natursteinmauern eingefasster Weinberg, da ein einsames Kapellchen oder ein alter Wehrturm, der am Rande der Reben steht. Dazwischen verschlafene Dörfer, bimmelnde Kirchlein, entschleunigtes Leben.

Weinfelder am Hang neben einem Fluss
Von der bestockten Rebfläche her ist Rheinhessen das größte deutsche Weinanbaugebiet.

Von der bestockten Rebfläche her ist Rheinhessen das größte deutsche Weinanbaugebiet. Es liegt im Dreieck Bingen-Worms-Mainz und ist eines jener Kunstgebilde, die mit dem deutschen Weingesetz 1971 geschaffen wurden. Das Ziel: der Zersplitterung der deutschen Weinlandschaft Einhalt zu gebieten. Ein grundsätzlich löbliches Unterfangen, denn die Weinlandkarte Deutschlands hatte dank zahlloser Kleinlagen ein Muster wie die Blümchenhosen, die Mick Jagger damals trug. Doch das neue Rheinhessen verschluckte alles, auch gewachsene Anbaugebiete, hochwertige Terroirs, interessante weinbauliche Nischen mit ureigenen Traditionen. Allen wurde der große Hut Rheinhessen übergestülpt, den Spitzenlagen ebenso wie den Mondscheinweinbergen. Das hochwertigste Anbaugebiet, die Rheinfront zwischen Nackenheim, Nierstein und Oppenheim, hat beispielsweise keine eigene Herkunftsbezeichnung bekommen. Dort wachsen einige der größten Rieslinge Deutschlands und besten Weissweine der Welt. Die Rheinfront stellt bis heute keine eigene Appellation dar. Nur wer weiß, dass Niersteiner Pettenthal ein Grand Cru und Niersteiner Gutes Domtal eine Massenweinbezeichnung ist, findet sich in diesem System zurecht.

Rebzeilen eines Weinfeldes
Weinfelder an Weinberg

Rheinhessen: Villa Kunterbunt

So spannend die Spitzengewächse auch sein mögen: Rheinhessen ist immer noch ein schillerndes Weinanbaugebiet. Eine Art Villa Kunterbunt, in der es fröhlich, laut, bisweilen auch derb zugeht, manchmal sogar drunter und drüber, in der es aber nie langweilig ist. Majestätische Weine stehen in Rheinhessen neben albernen Eigenkreationen, Trendiges neben Traditionellem, Bedeutendes neben Banalem. Riesling und Dornfelder sind in Rheinhessen fast auf gleichem Niveau - mengenmäßig. Nur Müller-Thurgau wird noch häufiger angebaut. Sie ist die klassische Rebsorte für Fassware, dafür bestimmt, anonym in irgendwelchen internationalen Verschnitten zu landen. Doch wegen ihrer Ertragsstärke und Robustheit ist sie bei Agrarindustriellen immer noch sehr beliebt. Mit ihr lässt sich jedenfalls mehr verdienen als früher mit Rüben und Kartoffeln. Auch der hellrote Portugieser nimmt in Rheinhessen mehr Rebfläche ein als der feine Weissburgunder. Kerner und Scheurebe sind ebenfalls noch Dauerbrenner. Die aktuelle Moderebe aber heißt Sauvignon blanc. So schlecht kann der Wein aus ihr nicht sein, dass er sich nicht wie geschnitten Brot verkauft. Das soll nicht heißen, dass es hier und da ordentliche Exemplare gibt. Doch muss man festhalten, dass die Preise für diesen Wein schneller gestiegen als dessen Qualität.

Verlierer des Wettlaufs um die Gunst von Handel, Presse und Verbraucher ist der Silvaner. Mit dieser alten, bewährten Rebsorte waren nach dem Zweiten Weltkrieg noch 75 Prozent der rheinhessischen Rebfläche bedeckt. Inzwischen ist ihr Anteil auf beschämende 9 Prozent zurückgegangen. Alle Versuche der Weinverantwortlichen, den Rheinhessen-Silvaner unter dem Kürzel RS wieder salonfähig zu machen, haben den Absturz nicht verhindert. Immerhin fangen einige jüngere Winzer jetzt wieder an, die Reben wieder vermehrt anzubauen, auch in guten Lagen. Come back also nicht ausgeschlossen... und in der Qualität die Krise sogar abgewendet, denn mit Michael Teschke habe ich den Hoffnungsträger und Pionier für Silvaner im Programm. Bei ihm, im nördlichen Zipfel Rheinhessens, ist die Heimat des „anderen“ Silvaners, des ursprünglichen Silvaners, des Silvaners von individueller Weltklasse. Teschke lebt, ja brennt für den Silvaner, und er ist beim Wein Traditionalist durch und durch. Und selbst beim roten Portugieser, dem einzigen in meinem Programm, gelingt ihm eine unvergleichliche Qualität. Ob der Größe ein Liebhaber-Weingut, aber archetypische Spitzenklasse.

Wittmann & Keller als Pioniere

Ebenso verhält es sich mit dem Scharlachberg in Bingen, dessen warmer, roter Schieferverwitterungsboden für finessenreiche Silvaner und Rieslinge wie gemacht ist, doch bezeichnungsrechtlich gleichgeschaltet ist mit Rübenäckern, auf den Reben stehen. Ähnliches gilt für das Dörfchen Appenheim, das auf einer geologischen Muschelkalkinsel inmitten von Lehm und Löss liegt und in der Lage Hundertgulden langlebige Rieslinge von unglaublicher Mineralik hervorbringt. Das gleiche Schicksal teilen die Rotwein-Nische Ingelheim, das Dörfchen Siefersheim mit seinen Porphyrböden sowie Dienheim, Guntersblum und Alsheim mit ihren Lössbänken. Die Güte der Weine aus dem Süden Rheinhessens geht vor allem auf die Besonderheit der Böden zurück. Sie sind kleinschotterig bis steinig, bestehen aus Löss und Lehm und sind von mehr oder minder großen Anteilen Kalkstein durchsetzt. Der Kalk ist ein Überbleibsel des Urmeeres, dessen Ausläufer vor 40 Millionen Jahren bis in diesen Teil Rheinhessens reichten.

Der Gerechtigkeit halber muss hinzugefügt werden, dass nicht alle Lagen, die heute als wertig gelten, damals schon bekannt waren - Gelehrte und einheimische Winzer ausgenommen. Das betrifft vor allem das Hinterland von Worms. Aus diesem Bereich, der von Westhofen über Flörsheim-Dalsheim bis nach Monsheim reicht, kommen heute grandiose Weine aus feinstem Stoff und von reicher Mineralik: in erster Linie Riesling, aber auch Weißburgunder und Spätburgunder. Teilweise übertreffen sie sogar die Weine von der Rheinfront. Wittmann und Keller waren zwei Weingüter, die auch früher schon exzellente Weine erzeugt haben. Sie sind es denn auch gewesen, die das Augenmerk der Weintrinker wieder auf diesen Bereich gelenkt haben.

Die Güte der Weine aus dem Süden Rheinhessens geht vor allem auf die Besonderheit der Böden zurück.

Weinberg mit strahlender Sonne im Hintergrund
Rebzeilen mit weiter Sich in die Ferne
Weinfelder am Hang neben einem Fluss
Karte der Anbaugebiete Rheinhessens
Anbaugebiete in Rheinhessen

Liebfrauenmilch

Vor 30 Jahren war dieser unter dem merkwürdigen Namen „Wonnegau" bekannte Bereich vor allem dafür berühmt, die preiswertesten Weine in Deutschland zu liefern. Viel davon ist in die Liebfrauenmilch geflossen, jenen billigen, lieblichen Markenwein, der in alle Welt exportiert wurde und einige Händler reich gemacht, das Image des deutschen Weins jedoch nachhaltig beschädigt hat. Wie ist es zu diesem Wandel kam? Die Böden haben sich jedenfalls nicht geändert. Geändert hat sich der deutsche Weintrinker. Er hat gelernt, Authenzität, Mineralität und Finesse zu schätzen statt oberflächliche Harmonie. Damals wussten nur wenige Weintrinker solche Qualitäten zu schätzen. Geändert haben sich aber auch die Winzer. Sie haben sich auf das Potential ihrer Terroirs besonnen und angefangen, den kargen Böden das Beste abzuringen, was diese hergaben. Ertragsreduktion war der erste Schritt, das Anstreben einer höheren Reife der zweite und penibles Verlesen der dritte. Klar, dass die Mindermengen durch höhere Preise kompensiert werden müssen. Aber für die Winzer war das damals ein Risiko. Heute sind viele Deutsche bereit, für besondere Qualitäten ihr Portemonnaie weiter aufzumachen, damals nicht.