Mosel Saar Ruwer

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Rosé, Mosel Saar Ruwer, 2013 Deutschland Dr. Loosen

Mosel Pinot Noir Rosé Brut Flaschengärung 2013

Lobenberg: Zwischen hell-lachsfarben und Bernstein changierend mit rotgoldenen Reflexen. Schon die brillante Farbe impliziert ein Gefühl von edelstem Luxus. Feinperlig fließt dieser trocken ausgebaute, reife und duftige Pinot Noir ins Glas. So unzweifelhaft Pinot Noir! In der Nase...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2018 Deutschland Egon Müller

Scharzhofberger Riesling Auslese Goldkapsel (fruchtsüß) 2018

Lobenberg: Der Scharzhofberg profitiert in heißen Jahren immer ganz besonders, da er von Natur aus eine eher kühle Lage ist, der Boden ist durch unterirdische Quellenverläufe gut mit Wasser versorgt, darüber hinaus liegt er in einem Seitental das stetig von kühlen Abwinden durchzogen...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2018 Deutschland Egon Müller

Scharzhofberger Riesling Auslese (fruchtsüß) 2018

Lobenberg: Der Scharzhofberg profitiert in heißen Jahren immer ganz besonders, da er von Natur aus eine eher kühle Lage ist, der Boden ist durch unterirdische Quellenverläufe gut mit Wasser versorgt, darüber hinaus liegt er in einem Seitental das stetig von kühlen Abwinden durchzogen...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2016 Deutschland Markus Molitor

Riesling Graacher Himmelreich Auslese*** Grüne Kapsel feinherb 2016

Lobenberg: Der gleiche Wettbewerb in der grünen, feinherben Kapsel wie im Kabinett und in der trockenen Auslese. Feinheit und raffinierte Finesse aus Zeltingen versus Ultrafeinheit und Ultrafinesse aus Graach. Beide Weine sind das Beste in feinherb, was es in meiner Genusskarriere je...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2016 Deutschland Markus Molitor

Riesling Graacher Himmelreich Auslese*** Weiße Kapsel trocken 2016

Lobenberg: Endlich hat die Zeltinger Sonnenuhr *** weiße Kapsel einen würdigen Gegner. Ein Widersacher oder Bruder im Geiste, denn das Himmelreich ist 2016 für mich DIE Finesselage Deutschlands. Aber der geneigte Finessetrinker möge bitte noch mehr Hintersinn und Bereitschaft zur...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2018 Deutschland Markus Molitor

Riesling Erdener Prälat Auslese *** Weiße Kapsel trocken 2018

Lobenberg: Der Erdener Prälat ist schon für sich genommen eine Legende und ein mythisch überhöhter Ort. Hier haben wir 120 bis 130 Jahre alte wurzelechte Einzelpfahlstöcke, nur wenige tausend Quadratmeter groß. Jeder Winzer schätzt sich glücklich in dieser winzigen Lage etwas sein eigen...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2016 Deutschland Markus Molitor

Riesling Bernkasteler Doctor Auslese *** Weiße Kapsel (Versteigerungswein) trocken 2016

Lobenberg: Ich probiere diesen Wein in der ganzen Reihe der Auktionsweine des Berncasteler Rings. Der Wein fällt in der Nase und noch mehr im ersten Schluck komplett aus der Reihe seiner Auktions-Nachbarn Großer Gewächse. Man steigt vom Trabi in einen Bentley. Die Nase strahlt eine...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2013 Deutschland Markus Molitor

Riesling Wehlener Sonnenuhr Trockenbeerenauslese *** Goldene Kapsel (fruchtsüß) 2013

Lieferbar ab KW 18 in 2022.

Lobenberg: Ein tiefes, dunkles und volles goldgelb im Glas, wahnsinnig dicht und komplex, fast schon Sirup. Die Nase unglaublich intensiv und voll, Aromen von Honigmelone, Rosinen und reifen Aprikosen. Gleichzeitig kommt eine faszinierende Frische hinzu durch die Schieferaromen. Am...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2013 Deutschland Markus Molitor

Riesling Wehlener Sonnenuhr Trockenbeerenauslese *** Goldene Kapsel (fruchtsüß) 2013

Lieferbar ab KW 18 in 2022.

Lobenberg: Ein tiefes, dunkles und volles goldgelb im Glas, wahnsinnig dicht und komplex, fast schon Sirup. Die Nase unglaublich intensiv und voll, Aromen von Honigmelone, Rosinen und reifen Aprikosen. Gleichzeitig kommt eine faszinierende Frische hinzu durch die Schieferaromen. Am...

Weißwein, Mosel Saar Ruwer, 2016 Deutschland Markus Molitor

Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** Goldene Kapsel (fruchtsüß) 2016

Lobenberg: Strahlend wie eine Prümsche Auslese Goldkapsel, dazu feinstes Salz, mehr salzig schiefrige Mineralität und burgundisch feiner Schliff. Dazwischen die explosive Zitrus-Grapefruit-Frische der raffiniert pikanten Lage, gebändigt und balanciert durch die Feinheit und Finesse von...

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Bismarkturm mit Weinberg im Hintergrund
Kuppe vom Bismarkturm

Die Erfolgsgeschichte der Mosel verläuft wellenförmig

Freilich war diese Welt nicht immer heil. Durch die von Napoleon verfügte Realteilung zersplitterte im 19. Jahrhundert der Besitz vieler Winzerfamilien. Zahlreiche Betriebe waren nicht mehr lebensfähig, obwohl die besten Moselweine zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den internationalen Märkten Spitzenpreise erzielten. Viele Winzer hatten nur die Wahl zwischen Armut oder Wegzug. Von heiler Welt keine Spur. Die Lage verschärfte sich noch, als 1907 die Reblauskatastrophe über die Mosel hereinbrach. Der größte Teil der Rebberge wurde verwüstet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als Deutschland in Trümmern lag, waren die Rieslinge vom Bernkasteler Doctor und der Wehlener Sonnenuhr zwar international immer noch stark gefragt. Doch leider waren (und sind) nicht alle 4.000 Moselwinzer in diesen Lagen begütert. Die meisten waren froh, dass Grosskellereien und Genossenschaften ihnen die Trauben (beziehungsweise den Most oder den Jungwein) abnahmen. Doch was diese dann daraus machten, zerstörte auf Jahrzehnte die Lust der Deutschen auf einheimischen Wein. Bis in die 1980er Jahre hinein war die Mosel eher berüchtigt denn berühmt für ihre für lieblichen Spätlesen vom Typ „Kröver Nacktarsch": Weine, die mit Zuckerwasser aufgepäppelt und mit hoch geschwefeltem Most gesüßt wurden, um aus randvoll geschenkten Römergläsern mit grünem Fuss getrunken zu werden, nicht selten unter Absingen alberner Trinklieder. Die Römergläser gibt es auch heute noch, die lieblichen Spätlesen ebenfalls. Aber sie sind nicht mehr repräsentativ für das Bild von der Mosel.
Das heutige Profil besticht vor allem durch seine Einzigartigkeit. Zum Leichten, Spielerischen kommt das unverwechselbare Geschmacksprofil des Moselrieslings hinzu: hochmineralisch mit Apfel- und Grapefruitnoten im trockenen Bereich, in restsüßen mit zartfruchtigen Tönen, die an Pfirsich, Mandarine, Honigmelone, im gereiften Zustand auch an Quitte erinnern. Das Ganze durchzogen von einer frechen Säure. Mosel - das ist eine eigene Welt.

Das Prädikatsweinsystem dominiert die Weine von der Mosel: Kabinett, Spätlese, Auslese und edelsüße Prädikate
Karte der Anbaugebiete im Moseltal
Anbaugebiete im Tal der Mosel

Wehlen, Graach, Ürzig,...

Alle diese Dörfer liegen im Bereich Mittelmosel. Er ist das Herzstück des Anbaugebiets. Dort findet man den berühmten grau-blau schimmernden Schiefer, der 400 Millionen Jahre alt ist und aus dem Devon stammt. Er gibt den Weinen ihren ausgeprägt „schiefrigen" Geschmack. Dort haben Winzer wie J. J. Prüm, Fritz Haag, Thomas Haag von Schloss Lieser und Ansgar Clüsserath ihre Reben stehen. 

Den kalkarmen Devonschiefer findet man auch an Ruwer und Saar, zwei Nebenflüssen der Mosel, an denen ebenfalls seit ältester Zeit Weinbau betrieben wird. Die beiden Gebiete sind geografisch höher gelegen und somit kühler als die Mittelmosel. Die Ruwer-Weine fallen oftmals noch rassiger aus, sind noch verspielter und können noch filigraner sein - Beispiel: der Karthäuserhof der Familie Tyrell. Auch die Saar-Weine prunken mit „strammer" Säure, wie die Winzer sagen. Aus dem Umstand, dass die Weinberge dort regelmäßig von Frühfrösten heimgesucht werden, haben die Winzer eine Tugend gemacht. Sie lassen einen Teil ihrer Trauben bis in den November oder Dezember hinein hängen und bekommen, wenn das Thermometer unter minus 7° Celsius fällt, grandiose Eisweine. Egon Müller und Geltz Zilliken haben dort ihre Weinberge. Übrigens sind die Namen Ruwer und Saar seit 2008 aus der offiziellen Bezeichnung des Anbaugebiets getilgt worden - zum Ärger der ortsansässigen Winzer.

Obermosel

Auch an der Obermosel (zwischen Trier und Wasserbillig an der Grenze zu Luxemburg) wird Wein angebaut, allerdings hauptsächlich Elbling. Die untere Mosel ist dagegen wieder Rieslingland. Dieser Bereich zwischen Zell und Koblenz ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Weintrinker geraten, nicht zuletzt durch die aussergewöhnlichen Rieslinge von Heymann-Löwenstein. Dort sind die Lagen nicht flurbereinigt, was dazu geführt hat, dass viele Winzer den Weinbau aus Rentabilitätsgründen aufgegeben haben. Die geblieben sind, erzeugen heute in heroischer Handarbeit auf abenteuerlich hohen, oft nur handtuchgrossen Terrassen einige der spannendsten Moselrieslinge überhaupt. Manche der Terrassen sind wie alpine Klettersteige mit Seilen gesichert und nur über Treppen oder Leiterchen erreichbar. Um schwere Lasten zu transportieren, mussten an vielen Stellen Mini-Zahnradbahnen (Monorack) in die Hänge montiert worden. Winningen, Hatzenport, Pommern, Bremm - so heissen dort die bekanntesten Weindörfer an der Terrassenmosel, wie dieser Abschnitt genannt wird. Dort findet sich mehr quarzitischer Sandstein als Schiefer, wodurch die Weine etwas kräftiger und körperreicher ausfallen als an der Mittelmosel. Sie schmecken besonders mineralisch, ja oft richtig salzig. Mit den „Kröver Nacktarsch"-Spätlesen von einst haben sie soviel zu tun wie ein Rainer Werner Fassbinder-Opus mit einem klebrigen Heimatfilm. 

Weinrebe mit Rieslingtrauben
Riesling Trauben

Natürliche Fruchtsüße dominiert

Insgesamt liegt der Anteil trockener Weine an der Mosel bei etwa 18 Prozent - so niedrig wie in keinem anderen deutschen Anbaugebiet. Die trockenen Qualitäten findet man am häufigsten im Bereich der einfachen Gutsweine. Spätlesen werden nur vereinzelt trocken ausgebaut, und selbst wenn „trocken" auf dem Etikett steht, kann die Restsüße durchaus 10 Gramm/Liter betragen. Einige der besten Winzer sind sogar der Überzeugung, dass der trockene Weintypus an der Mosel deplaziert ist. Egon Müller und J. J. Prüm verzichten beispielsweise auf trockene Weine und damit auch auf Große Gewächse. Diese sollen laut VDP auch an der Mosel 10 Gramm/Liter Restsüße nicht überschreiten, um das „trockene Erscheinungsbild" zu gewährleisten. Restsüße in dieser Grössenordnung ist bei Moselweinen kaum schmeckbar, da die Säuren allgemein hoch liegen. Dennoch passiert es immer wieder, dass Spitzenweine diese Grenze überschreiten (unter anderem weil spontan vergoren) und dann nicht als GG, sondern nur als Riesling „Erste Lage" auf den Markt kommen dürfen. 

Viele Moselwinzer sind der Meinung, dass der Charakter ihres Rieslings am besten bei Weinen zum Ausdruck kommt, die eine zarte, schmeckbare Restsüße aufweisen. Weinliebhaber schließen sich dieser Auffassung immer häufiger an. Sie ziehen halbtrockene Weine mit einem Restzucker-Anteil zwischen 12 und 18 Gramm/Liter den trockenen Exemplaren vor. „Feinherb" wird diese Geschmacksrichtung genannt. Oder sie gehen sogar auf die „fruchtigen" Weine mit einem Restzucker von über 18 Gramm/Liter. Bei diesen Weinen ist das Spiel zwischen Süße und Säure noch raffinierter. Ausserdem erweisen sich die fruchtigen und feinherben Weine als außerordentlich langlebig, während der Charme der trockenen Weine nach einigen Jahren langsam verblasst.

Trauben mit Edelfäule befallen
Von Botrytis befallene Rieslingtrauben

Edelsüße Formate, wie es sie andernorts nicht geben kann

Eine Spezialität, wie es sie sonst nirgendwo auf der Welt gibt, sind die edelsüßen Weine, die überall an der Mosel regelmäßig und in höchster Qualität geerntet werden: Auslesen, Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine. Sie werden aus extrem spät gelesenen Trauben oder Beeren erzeugt, die am Stock von der Edelfäule befallen wurden, sich bräunlich verfärben und von hässlichem Schimmel überzogen werden. Aber gerade diese Trauben ergeben Weine von schwerer Süße, die dennoch leicht und spielerisch über die Zunge laufen, weil sie von einer sehr hohen Säure geädert sind. Sie weisen nur 9 Vol.%, Trockenbeerenauslesen und hochgrädige Eisweine sogar nur 7,5 Vol.% Alkohol auf - im Gegensatz zu den Sauternes aus Frankreich, die doppelt so alkoholreich sind. Diese Weine, oft in mühsamer Handarbeit „gepiedelt" (wie die Moselaner das Herauszupfen edelfauler Beeren aus der Traube nennen), sind rar und entsprechend teuer, bieten aber unvergessliche Geschmackserlebnisse. „Schweiß der Engel" schwärmen die Kenner.