Weine aus Nahe

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Weißwein, Nahe, 2019 Deutschland Schlossgut Diel

Dorsheim Goldloch Riesling Großes Gewächs trocken 2019

Lobenberg: Das Goldloch steht auf Kieselstein und Lehm, über Urgestein aus der Permzeit. Dieses Urgestein ist vor Jahrmillionen unter hohem Druck als Presskonglomerat aus verschiedenen Steinen, Erden und Sänden entstanden. Harter Pressfels. Und in diesem wurzeln dann die Reben des...

Weißwein, Nahe, 2020 Deutschland Dönnhoff

Chardonnay -S- trocken 2020

Lobenberg: Eine Parzelle in Kreuznach, die Cornelius Dönnhoff schon einige Jahre beobachtet hat. Es ist eine der höheren, spätreifenden Lagen in Kreuznach. Gut wasserversorgt, es gibt null Trockenstress hier. Ein alter Weinberg von rund 50 Jahren, der einem alten Winzer gehört hat und...

Weißwein, Nahe, 2019 Deutschland Dönnhoff

Grauburgunder trocken 2019

Lobenberg: Dönnhoffs Grauburgunder ist aus dem Stand eine feste Größe unter unseren Grauburgundern geworden. Dabei war der Jahrgang 2018 gerade das Erstlingswerk. Ein feiner Wein mit der klassischen Frucht verschiedener Apfelsorten, leicht nussig, eine feine Fruchtsüße weht aus dem...

Weißwein, Nahe, 2020 Deutschland Dönnhoff

Grauburgunder trocken 2020

Lobenberg: Der Wein wächst in zwei Lagen, ein Drittel im Felsenberg in Oberhausen mit etwas dickerer Lehmauflage, zwei Drittel im Kreuznacher Hinkelstein mit etwas schwereren, tonigeren Böden. Das sind also für Riesling eher ungeeignete Böden. Vergärung und Ausbau im Stückfass und...

Weißwein, Nahe, 2020 Deutschland Dönnhoff

Riesling Felsenberg Felsentürmchen Großes Gewächs trocken 2020

Lobenberg: Dönnhoff nennt es nach seiner Bezeichnung „Felsentürmchen“ und dieses Türmchen steht real mitten im Weinberg. Aber es ist natürlich die offizielle Lage Felsenberg. Der Boden ist puristisch, steinig, vulkanisch, hart mit Verwitterungsauflage und bis zu 60% Steigung....

Weißwein, Nahe, 2020 Deutschland Dönnhoff

Riesling Krötenpfuhl Großes Gewächs trocken 2020

Lobenberg: Das Besondere an dieser Lage ist, dass seit über 100 Jahren kein Kunstdünger oder Ähnliches hier ausgebracht wurde, da hier der Brunnen der Gemeinde Bad Kreuznach liegt. Es ist die Nachbarlage des Kahlenberg. Hier gab es immer nur Bio-Weinberg. Das ist Schotter-/Quarzitboden...

Weißwein, Nahe, 2019 Deutschland Dönnhoff

Weißburgunder trocken 2019

Lobenberg: Das ist der Einstiegs-Weißburgunder am Weingut. Ein wunderbarer Stil der hier bereits exemplarisch für die nächste Stufe, den Weißburgunder -S-, steht. Elegant und Präzise ausgebaut. Die Frucht ist sehr geradeaus, sehr feinziseliert, hell und klar, zarte weiße Blüten, Apfel...

Weißwein, Nahe, 2020 Deutschland Dönnhoff

Weißburgunder trocken 2020

Lobenberg: Der einfache Weißburgunder, der von Helmut Dönnhoff produziert wird, ist der Einstiegs Weißburgunder am Weingut. Ein wunderbarer Stil der hier bereits exemplarisch für die nächste Stufe, den Weißburgunder -S-, steht. Der Wein wächst in zwei Lagen, ein Drittel im Felsenberg in...

Weißwein, Nahe, 2020 Deutschland Dönnhoff

Riesling VDP Gutswein trocken 2020

Lobenberg: Der Gutswein kommt hauptsächlich aus zwei Lagen, Oberhäuser Kieselberg mit Tonschieferboden und Oberhäuser Felsenberg mit vulkanischem Boden. Diese beiden Lagen wurden früher auch mal separat abgefüllt, aber im Zuge des Qualitätsbestrebens bei den Gutsweinen fließen sie jetzt...

Weißwein, Nahe, 2020 Deutschland Dönnhoff

Riesling Oberhäuser Tonschiefer VDP Ortswein trocken 2020

Lobenberg: Überwiegend stammt der Wein aus dem Oberhäuser Leistenberg. Der Weinberg liegt auf dunklem Tonschiefer, den man auch als Carbonschiefer bezeichnet. Dieser geht bis ins Tiefschwarze. Der Schiefer ist kalkiger, hat kaum Ölanteile, und dieser Stein verwittert extrem schnell zu...

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Vogelperspektive auf Weinberg mit Weinfeldern

DIE Nahe gibt es nicht

Im Vergleich zur Mosel ist der Anteil der trockenen Weine an der Nahe höher. Und anders als im Rheingau gibt es an der Nahe keine Riesling-Monokultur. Die Nobelrebe steht dort wirklich nur in den besten Lagen. Mit 27 Prozent ist ihr Anteil am Rebensortiment vergleichsweise gering. Zwei andere Weine, mit denen die Nahe brilliert, sind der Weiß- und der Grauburgunder. Sie fallen zwar nicht so stoffig aus wie ihre badischen Pendants, sind dafür aber geschmeidiger. Auch der Spätburgunder bringt in den wärmeren Bereichen des Anbaugebiets gute Qualitäten. Müller-Thurgau, Dornfelder und Silvaner werden jedoch häufiger angebaut, wobei die Vielfalt der Stile und Geschmacksrichtungen immer wieder beeindruckend ist. Schaumwein- und Perlwein, Blanc de Noirs, liebliche Rot- und halbvergorene Weissweine, echte Hochgewächse und dilettantische Cuvées - es gibt kaum etwas, das im Anbaugebiet nicht produziert wird. Die Nahe ergibt Weine, die mit denen der benachbarten Anbaugebiete Mosel und Rheingau absolut auf Augenhöhe sind, sie manchmal sogar überstrahlen. 

Die Nahe selbst ist ein Flüsschen, das im Hunsrück entspringt und bei Bingerbrück in den Rhein mündet. An vielen Stellen ist sie nur ein Bächlein, das munter durch Wiesen und Auwälder plätschert, während sich links und rechts steile Hänge und schroffe Felswände aufbauen. Ausgeräumte Landschaften, die von jeglichen Bäumen, Hecken, Feldgehölzen befreit wurden wie in Rheinhessen, gibt an der Nahe nicht, nicht einmal droben auf den Höhen des Hunsrück, wo der Wind kalt über die Äcker pfeift. Dass in den Weinbergen überall die Vögel zwitschern, gehört allerdings in den Bereich lokaler  Schönfärberei. Die Nahewinzer sind weder Romantiker noch Ökofreaks. Nüchtern, aber nicht kühl - so könnte man sie beschreiben. Dass sie reihenweise Nistkästen in ihren Weinbergen aufhängen, ist nicht bekannt.

Steilhang mit Weinfeldterrassen

Schaffen & Feiern

Schiffbar war die Nahe übrigens nie. Die Eisenbahn wurde erst spät gebaut, die Autobahnen noch später. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Anbaugebiet so verrufen, dass die preussische Obrigkeit eingreifen und Ordnung schaffen musste. Die Weinberge wurden neu angelegt, der gemischte Satz abgeschafft, der reinsortige Anbau gefördert. Aber auch danach hinkte die Nahe noch lange hinter der allgemeinen Entwicklung hinterher. Während die Weine anderer Gebiete in Deutschland schon hell glänzten, mussten die Nahetäler einen großen Teil ihres Weins noch selbst trinken, was sie freilich ebenso gerne wie ausgiebig taten. „Schaffen und feiern"  seien ihre Hauptbeschäftigungen, heisst es kritisch in einem Amtlichen Vermerk des Kreises Kreuznach aus dem Jahre 1954. Und weiter: „Ärztlicherseits wird behauptet, dass man hier solche Mengen Alkohol vertragen könne, die normalerweise gesundheitsschädlich wären. Doch konnte eine biologische Substanz, die eine Immunität gegen die Wirkungen des Alkohols herausgebildet hat, nicht gefunden werden."

Rebzeilen vor Steilhang

"Schenk reinen Wein ein"

Der Nahewein wurde noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein als "Rheinwein" vermarktet. Präzise Grenzen hat das Gebiet erst 1971 erhalten, als das Deutsche Weingesetz verabschiedet wurde. Seitdem haben die Naheweine merklich an Bekanntheit gewonnen. Die Winzer waren aufgewacht. 
Ein zweiter Bereich befindet sich weiter landeinwärts an der oberen Nahe. Vor dem Dorf Monzingen fallen zwei steile Hänge ins Auge, die wie eine schiefe Ebene ins Nahetal abfallen: der Halenberg und das Frühlingsplätzchen, zwei von Blauschiefer und Quarzit geprägte Lagen, die hochmineralische Rieslinge hervorbringen - die Paradeweine des Gutes Emrich-Schönleber. Auch Schäfer-Fröhlich ist im Halenberg begütert.

Die bestockte Rebfläche ist zwar nur halb groß wie die der Mosel. Doch ist sie stark zersplittert und weit auseinandergezogen. Das Herzstück des Anbaugebiets ist die mittlere Nahe zwischen Bad Kreuznach und Schlossböckelheim. Der Untergrund besteht in diesem Bereich aus kleinschotterigem, schwarzgrauem Schiefer, der mal mit vulkanischem Gestein, mal mit rotem Porphyr oder mit Kalkgestein durchsetzt ist. Dort sind die besten Lagen der Nahe wie an einer Perlenkette aufgereiht: Bastei, Rotenfels, Kirschheck, Dellchen, Kafels, Hermannshöhle, Kupfergrube, Felsenberg. Aus diesem Bereich kommen zum Beispiel die Weine von Gut Hermannsberg und von Helmut Dönnhoff, teilweise auch von Schäfer-Fröhlich.

Verschiedene Bodenformationen sind prägend

Ein dritte großräumige Bereich liegt an der unteren Nahe zwischen Bad Kreuznach und Bingerbrück. Dort findet man sandig-lehmige Böden, die nichts anderes sind als verwitterter Grünschiefer mit Phylliten und Quarziten, wie sie auch auf der Rheingauer Seite zu finden sind. Von dort kommen die kräftigen Rieslinge des Schloßguts Diel, die mal spielerisch-fruchtig, mal kraftvoll, mal mineralisch-salzig ausfallen. 
Fleissig sind die Nahetäler übrigens immer noch, und gefeiert wird ebenfalls noch gern. Ihren Alkoholkonsum haben sie jedoch notgedrungen reduziert. Der Wein ist zu teuer  geworden. Vom Preisniveau des Rheingauers ist er zwar noch ein kleines Stück entfernt, doch das Gefühl, etwas Wertvolles, ja Rares darzustellen, hat sich selbst bei den Durstigsten unter ihnen breit gemacht.

Natürlich ist ein kühles Anbaugebiet wie die Nahe auch für edelsüße Weine prädestiniert. Die Auslesen, Beeren- und Trockenbeerenauslesen stehen denen des Rheingau in nichts nach, sind allerdings filigraner und manchmal noch säurebetonter. Und die Eisweine sind im Zweifelsfall nicht minder grandios als die von der Saar. Allerdings können sie nicht so regelmäßig geerntet werden wie dort.