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Perlend
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LOB-Bewertung
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Region
Unterregion
Rebsorte
Jahrgang
Bio
Trinkreif
Alkoholgehalt [% vol.]
Rotwein, Madrid - Sierra de Gredos, 2018 Spanien Comando G Viticultores

Rozas 1er Cru 2018

Lobenberg: Dieser dem Burgund nachempfundene 1er Cru stammt von verschiedenen Parzellen rund um das Örtchen Rozas de Puerto Real, genau wie der kleinere Bruder La Bruja de Rozas. Auch hier eine pure, wunderschön komponierte Zusammenstellung von Berg-Garnacha von 50 bis 60 Jahre alten...

Rotwein, Rioja und Navarra - Abalos, 2018 Spanien Artuke

El Escolladero trocken 2018

Lobenberg: Von einem 1950 angelegten Weinberg in Abalos, hier stehen 85% Tempranillo und der Rest ist Graciano. Toniger Kalkstein auf 660 Metern Höhe. El Escolladero zeigt, warum vor allem in den Hochlagen der Rioja Alavesa die Zukunft dieser prestigeträchtigen Region liegt. Die kühlen...

Rotwein, Rioja und Navarra - Baños de Ebro, 2018 Spanien Artuke

La Condenada trocken 2018

Lobenberg: Der Wein stammt aus einer Einzellage in Banos de Ebro. Sandstein und Sand sind die Unterlage für den zumeist feinsten und elegantesten Wein von Artuke. Zum Tempranillo kommen hier noch 20% Graciano, Garnacha und weiße Palomino Fino. Vollständig entrappt, aber nicht...

Weißwein, Calatayud, 2018 Spanien Frontonio

Microcosmico Macabeo 2018

Lobenberg: Der Wein wird in Beton und in einigen neutralen Eichenfässern ausgebaut. Weiße und gelbe Steinfrucht in der Nase, aber auch reifer Apfel und Birne. Dahinter frische Zitrone und ein Hauch von Wiesenblumen. Im Mund wunderbar körperreich und vollmundig. Hier ist der Apfel...

Rotwein, Calatayud, 2016 Spanien Frontonio

Las Alas de Frontonio 2016

Lobenberg: Las Alas wächst auf Schieferböden und wird in einem kleinen Garagenweingut vinifiziert. Alte Reben, die ohne Bewässerung bewirtschaftet werden. Alles Handlese. Der Wein wurde 2016 nicht zu spät geerntet, um die Frische zu bewahren. Offen im französischen Holz spontanvergoren...

Rosé, Rias Baixas, 2018 Spanien Zarate

Fontecon 2018

Weißwein, Rias Baixas, 2018 Spanien Bodegas Pazo de Senorans

Pazo de Senorans Blanco Albarino 2018

Lobenberg: Getrocknete Aprikosen und Pfirsiche in der Nase. Feine, elegante Struktur, klare Fruchtaromen, sehr lebendig. Der wohl beste Albarino aus Rias Baixas, zu Recht immer hoch bewertet von der internationalen Fachpresse. 92-93/100

Weißwein, Rias Baixas, 2019 Spanien Bodegas Pazo de Senorans

Pazo de Senorans Blanco Albarino 2019

Lieferbar ab KW 20 in 2021.

Weißwein, Rias Baixas, 2008 Spanien Bodegas Pazo de Senorans

Pazo de Senorans Blanco Seleccion Anada 2008

Lobenberg: Faszinierend klare und zugleich süße Frucht in Nase und Gaumen, harmonisch, lang, tief und kompakt. Komplexe blumige Note. Das langjährige Hefelager im Fass verleiht Flügel, Kräuter, Honig und Zitronengras mit einem feinen Hauch von großem Holz. Absolut faszinierend! Der sehr...

Weißwein, Rias Baixas, 2011 Spanien Bodegas Pazo de Senorans

Pazo de Senorans Blanco Seleccion Anada Albarino 2011

Lieferbar ab KW 20 in 2021.

Lobenberg: Faszinierend klare und zugleich süße Frucht in Nase und Gaumen, harmonisch, lang, tief und kompakt. Komplexe blumige Note. Das langjährige Hefelager im Fass verleiht Flügel, Kräuter, Honig und Zitronengras mit einem feinen Hauch von großem Holz. Absolut faszinierend! Der sehr...

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Wie soll man eines der drei besten Rotweinländer der Welt in aller Kürze beschreiben? Also Konzentration auf das Wesentliche und die Weltklasseregionen.

Heiner Lobenberg mit Freunden
Heiner Lobenberg zu Besuch bei Freunden

Zuerst die besten Weißweine Spaniens

Aromatisch schöne Unikate kommen aus dem äußersten Nordwesten, aus Rias Baixas bei Santiago de Compostella. Die Albarino von Pazo de Senorans kann sogar große Klasse erreichen, die etwas tiefer anzusiedelnde Godello-Traube ist bei trockenem Ausbau sehr aromatisch und frisch mit schönem Bittermandelton. Sie erinnert dabei ein wenig an Tocai Friulano. 

In Rueda gibt es knackig frische, aromatisch interessante Weine, die in den besten Fällen an eine Cuvee von Sauvignon Blanc und Riesling erinnern – überragende Gastronomie – und Zechweine für jede Gelegenheit. Verdejo und Viura sind die Hauptrebsorten in Rueda und Telmo Rodriguez unternimmt mit seinem auf Verdejo basierenden „Transistor“ den Versuch, auch in Rueda die Oberklasse zu etablieren. 

Die Viura war zu Beginn und bis zur guten Mitte des letzten Jahrhunderts die Rebsorte der ganz großen und extrem langlebigen (50 Jahre!) Reservas von Murrieta und Riscal aus der Rioja, aber dann erlahmte scheinbar die Nachfrage und das Interesse der Erzeuger. Erst seit kurzer Zeit hat Artadi, einer der Spitzenwinzer Spaniens, aus uralten Viura-Reben und bester Lage, wieder einen Wein in diesem Stil gemacht. Der Wein wird trotz winziger Mengen qualitativ und zeitlich eine große Zukunft haben! 

Die Bodegas Remelluri in der Rioja begründete noch in der Zeit ihres früheren, genialen Regisseurs Telmo Rodriguez (er verließ das väterliche Weingut im Streit um Qualität) einen auf Rhône-Rebsorten fußenden, sehr raren Weißwein mit hoher Klasse. 

Rebstöcke
Viura — Wiederentdeckung einer großen Rebsorte
Reihen von Holzfässern

Die Rotweine Spaniens

Jetzt zum Kern, zu den Rotweinen Spaniens: La Mancha, Jumilla, Penedes, Cigales und einige andere Regionen haben durchaus den einen oder anderen hervorragenden Wein, spielen aber in Summe keine Rolle in der Oberliga.

Alicante ist bekannt für seinen unglaublich schmackhaften Monastrell. Ein Synonym für die Mourvedre, die im französischen Bandol und an der Rhone Weltklasse erreicht. In Alicante kommt sie aber über das Stadium extrem leckerer, dunkler, samtiger Weine mit überragendem Preis-Qualitäts-Verhältnis nicht hinaus. Bierzo kann durch das Engagement Alvaro Palacios mit der Rebe Mezia zur Weltklasse werden.

Navarra ist Garnacha-Land (in Frankreich heißt die Traube Grenache!). Nicht auf dem Level des Priorat oder der Süd-Rhone, aber wie für Alicante gilt auch hier: Ungeheuer lecker, sehr zugänglich, saftig und für diese Qualität unglaublich preiswert. Das oberhalb Barcelonas in extremer Bergwelt gelegene Gebiet Priorat spielt aber sehr wohl im Reigen der weltweit besten Grenache. Spanier und Franzosen sind nicht ganz einig über die ursprüngliche Herkunft der Rebsorte, wahrscheinlich ist es eben doch Spanien. Und so autochthon, urwüchsig sind dann auch die Weine der extremen Steillagen des Priorat. Das hat schon Hochgebirgscharakter! Diese Grenache ist deutlich schwärzer und tanninreicher als alles, was aus Chateauneuf kommt: erdiger, wilder, mehr Teer und Goudron. Manchmal an Barolo erinnernd oder an argentinische, schwarze Malbec, dabei immer warme, schmelzig saftige Frucht zeigend, aber immer auch Kraft ohne Ende. Eines der Power-Weingebiete der Welt!

Explaining Wines from Spain

4 Grapes to Know

Die Tempranillo-Rebe - der Stolz Spaniens

Und jetzt zu Spaniens Stolz! Eine der besten und edelsten Rebsorten der Welt ist ohne Zweifel die Tempranillo. Autochthon von der iberischen Halbinsel kommend, bringt sie nur hier Weltklasse-Ergebnisse. Aber die dann ziemlich häufig, die 100 Punkte der besten internationalen Weinverkoster sind fast jedes Jahr sicher. Das Terroir und Klima scheint bei diesem Sensibelchen sehr wichtig zu sein (wie auch bei der Nebbiolo und Pinot Noir), denn die ganz großen Tempranillos kommen aus dem Norden Spaniens, auf ähnlichem Breitengrad und wachsen immer in extremen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden (Große Höhenlagen!). Das erhält die Frische der immens tanninreichen, schwarzfruchtigen, extrem beerigen, voluminösen und samtigen Weine. Alle drei Top-Gebiete (Rioja, Ribera, Toro) der Tempranillo sind Weltklasse, aber mit sehr eigenem Charakter, Typizität und Ausprägung.

Hoftor eines Weingutes
Kleines Häuschen auf einem Weinhugel
Lange Rebzeile bei untergehender Sonne

Autochthon von der iberischen Halbinsel kommend, bringt sie nur hier Weltklasse-Ergebnisse.

Rioja – Urmutter der Tempranillo

Die Rioja ist der Ursprung der großen Weine Spaniens und die Urmutter der Tempranillo. Viele Höhenlagen, aber nicht so extrem wie die zwei anderen Gebiete. Kalte, nasse Winter, auch da nie extrem, später, an Deutschland erinnernder Frühling, heißer, aber nicht kochender Sommer, milder Spätherbst, fast immer ein "Indian summer". Das klimatisch ausgewogendste Weingebiet Spaniens und zugleich eine der schönsten Weinregionen der Welt überhaupt. Hier ist die wahre Finesse und Eleganz zu Hause, die berstende Frucht wird perfekt zivilisiert und bringt kraftvolle und doch immer seidige Traumweine hervor.

Das Gebiet teilt sich in das eher einfache Weine hervorbringende Rioja Baja, die Region der historischen Weingüter des jahrhundertealten, oxydativen Stils der Rioja Alta und in das heute für höchste Qualität stehende, höchstgelegene Rioja Alavesa, mit seinen Steillagen. Es ist extrem, wild, Natur pur und wunderschön. Nur dieser Teil kann mit den auf Hügeln liegenden, überaus niedlichen, verträumten Dörfern mit der Schönheit und pitoresken Art des Barolo-Tals des Piemont konkurrieren.

Die besten Weine sind wie aus Margaux, Saint Julien und manchmal Saint Emilion. Sehr oft schon biologische Weinbergsarbeit, ganz schonende Kellerarbeit, oft perfekte Symbiose der traditionellen Erkenntnisse mit der Moderne. Nicht ohne Grund zählen Telmo Rodriguez, Juan Carlos de Lacalle von Artadi und die Eguren-Familie nicht nur zur Top-Ten Spaniens, sie sind auch weltweit in der absoluten Spitzengruppe. Die Weine aus der Rioja zeigen nicht nur unerhört große Klasse, sondern auch die hohe Kunst der Zivilisation!

Weinberg mit Gebäude auf dem Gipfel
Villalba CYNE Weingut Eingangspfeiler
Gestapelte Holzfässer im Weinkeller
Grimalt Caballero von 4kilos

Ribera del Duero – Qualität dank extremem Klima

Gut 100 km West-Südwest, auf der riesigen Hochebene nördlich von Madrid, liegt in über 1000 Meter Höhe das Weingebiet Ribera del Duero. Das Herz der Edelleute und Könige von Castilla y Leon mit den Traumstädten Burgos und Valladolid in der Nähe. Keine große Weinhistorie, erst Vega Sicilia begründete in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts den großen Ruf der Weine mit ihrer Ansiedlung direkt am Rio Duero.

Nachtfrost bis April oder sogar Mai, kühle Nächte auch im Sommer, wieder Nachtfrost ab Oktober, aber tagsüber 50 Grad im Sommer. Ein extremes Klima, ähnlich dem in Toro. Die Trauben werden, wenn sie denn die Blüte in der Frostperiode überlebt haben, in der Nacht im natürlichen Kühlschrank komplett runtergekühlt und dann tagsüber fast gekocht. Und so ist der Wein dann auch: Gekochte Blaubeere, satte Schwarzkirsche, Teer, butterweiche Tanninmassen, immens, überwältigend.

Hier wird gezeigt, was so alles in einer Beere stecken kann, ohne Ribera del Duero und Toro würde man das gar nicht für möglich halten. Das ist mindestens so extrem wie Grenache aus dem Priorat oder Malbec aus Cahors oder Argentinien. Auf Bordeaux übersetzt ist das eine Turbo-Power-Version von Pomerol. Ob man letztlich diesen heftigen Stil, der sich aber zu 100 % aus der Natur, dem Terroir und dem Klima ergibt, genauso schätzt wie die zivilisierten, seidigen Finessewunder aus der Rioja, muss jeder für sich beantworten. Schwer beeindruckt sein wird aber sicher jeder!

Gestapelte Weinfässer
Weinberg mit zwei Reitern

Toro – Wein-Superstar der Zukunft

Fehlt noch 50 Kilometer weiter westlich (bei Zamorra, nördlich der Traumstadt Salamanca) die Region Toro, der kommende Superstar der Weinwelt. Extremes Klima und Höhe wie in der Ribera, aber anderes Terroir, mehr Hügel und Berge, dazu viel Kalk und manchmal Sand mit Kies. Nur hier ist auf sandigen Höhenlagen (der Sand und die Trockenheit sind das Geheimnis!) die ultrarare, wurzelechte Tempranillo beheimatet, uralte Reben von weit über hundert Jahren und auch vor zwanzig Jahren gepflanzte Reben. Die biologisch arbeitende Hacienda Terra d'Uro und ihr portugiesischer Berater Cristiano van Zeller sind da diesbezüglich ganz vorne.

Hier in Toro wird schon seit Jahrhunderten Wein (nur Tempranillo) angebaut, nur keiner wusste es oder publizierte es. Toro wurde erst durch das Weingut Numanthia und die extrem hohen Pressebewertungen überregional richtig bekannt. Jenes Numanthia, das bis vor wenigen Jahren der in Rioja beheimateten Familie Eguren gehörte, bis sie es dann sehr clever teuer an den LVMH-Konzern verkaufte. Ihr neues Weingut Teso la Monja hat noch ältere und bessere Weinberge, zum Teil wurzelecht, die Weine sind so immens, dass Numanthia nun nicht mehr zu den drei besten Erzeugern gehört.

Zusammen mit Telmo Rodriguez und der oben genannten Hacienda Terra d'Uro bildet Teso la Monja die qualitative Speerspitze Toros. Die Weine sind trotz der in Bezug auf Beerigkeit und immenser Frucht großen Ähnlichkeit mit Ribera del Duero doch auch anders, erdiger, würziger, dunkler und noch massiver. Weniger Blaubeere, mehr Teer, maskuliner, versammelter und irgendwie viel, viel biodynamische Natur. Ich bin mir sicher, die Weine des Toro werden in den nächsten Jahrzehnten zusammen mit dem argentinischen Mendoza bei internationalen Bewertungen häufiger als alle anderen Weinanbaugebiete der Welt die Höchstzahl von 100 Punkten erreichen.

Als Schlussbetrachtung verbleibt die Erkenntnis,
dass Spanien trotz einiger interessanter Randbereiche
und Rebsorten im Grunde reines Tempranillo-Land ist –
und das zum Glück in so vielen Spielarten,
dass es immer hoch spannend bleibt!